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Person · French composer

Éliane Radigue

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50
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1
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1932–2026
Origin
France
Biography

Éliane Radigue (* 24. Januar 1932 in Quartier des Halles, Paris; † 23. Februar 2026 ebenda) war eine französische Komponistin und Wegbereiterin der elektronischen Musik. Sie war verheiratet mit dem französischen Künstler Arman, mit dem sie bis 1967 in Nizza die gemeinsamen drei Kinder aufzog, bevor sie wieder nach Paris zog.

Musikalische Entwicklung: Éliane Radigues musikalisches Schaffen begann in den 1950er Jahren, die ersten Veröffentlichungen erschienen gegen Ende der 1960er Jahre. Als Klavierstudentin hatte sie bereits erste Erfahrungen mit Komposition, bevor sie Pierre Schaeffer Anfang der 1950er Jahre begegnete. Zuerst studierte sie sporadisch, 1957–58 dann intensiver bei Pierre Schaeffer und Pierre Henry am Studio d’Essai des RTF in Paris und lernte dort elektroakustische Komposition. Zu Beginn der 1960er Jahre war sie Assistentin von Pierre Schaeffer und entwarf zu dieser Zeit einige der Sounds, die später in Schaeffers Werk Verwendung fanden, 1967–68 war sie Assistentin von Pierre Henry im Studio Apsome. Mit der Zeit löste sie sich von Schaeffer und Henry, die ihre Verwendung von Mikrofonrückkopplungen und Tape-Loops kritisierten.

Anfang der 1970er-Jahre teilte sie sich mit Laurie Spiegel an der New York University ein Studio mit einem Buchla-Synthesizer, den Morton Subotnick dort eingerichtet hatte. Zu dieser Zeit fühlte sie sich den New Yorker Minimalisten bereits näher als der Musique concrète Pierre Schaeffers und Pierre Henrys. Mitte der 1970er Jahre konvertierte sie – nach der Aufführung von Adnos I – zum tibetischen Buddhismus und lernte beim 10. Pawo Rinpoche, der sie immer wieder zu ihrer eigentlichen Arbeit motivierte. Nach drei Jahren intensiver Praxis begann sie mit Adnos II, das sie 1979 fertigstellte; 1980 folgte Adnos III.

Ihre Serie um den buddhistischen Meister Milarepa seit Anfang der 1980er wurde durch Kompositionsstipendien des französischen Kulturministeriums finanziert. Seit Beginn der 1990er Jahre beschäftigte sich Radigue bis 1998 mit der dreistündigen Trilogie de la Mort, die im Andenken an ihren Sohn Yves Armand (1954–1989) und ihren Lehrer Pawlo Rinpoche Tsuglag Mawey Wangchuk (1912–1991) entstand. Der erste Teil erschien auf Phill Niblocks Label XI Records.

Seit der Jahrtausendwende arbeitete Radigue hauptsächlich an Kompositionen für Interpreten akustischer oder halbakustischer Instrumente. Das erste Werk Elemental II hatte der Bassist Kasper T. Toeplitz in Auftrag gegeben; er führte es auf dem von ihm selbst entwickelten BassComputer auf. Später wurde es auch von der Laptop-Improvisationsgruppe The Lappetites gespielt, bei der sie anfänglich selbst mitwirkte. 2006 erhielt Éliane Radigue beim Festival Ars Electronica in Linz die Goldene Nica in der Kategorie Digital Musics für ihr letztes elektronisches Stück L’île re-sonante (2000). Danach erarbeitete sie mit dem amerikanischen Cellisten Charles Curtis Naldjorlak I, anschließend mit den Bassetthornisten Carole Robinson und Bruno Martinez Naldjorlak II und schließlich im Ensemble Naldjorlak III; die Aufführung der kompletten Trilogie erfolgte 2009. Im Juni 2011 spielte Rhodri Davies die Uraufführung von Occam I für Soloharfe. 2019 würdigte das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe das Lebenswerk der Komponistin mit dem Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik und Klangkunst.

Musik: Ihr musikalisches Schaffen kann als langsam und sorgfältig bezeichnet werden, im Durchschnitt veröffentlichte Éliane Radigue alle drei Jahre ein größeres Werk. Für ihre elektronischen Kompositionen arbeitet sie ausschließlich mit einem ARP 2500 Modularsystem und Bandmaschinen. Der ARP Synthesizer wurde zu ihrem Markenzeichen, wobei insbesondere ihre Klangflächengestaltung Anerkennung fand. Die dreistündige Trilogie de la Mort moduliert mit kleinsten, minimalistischen Veränderungen sich überlagernde Klangflächen und Drones, die tonhaften Qualitäten der Klänge stehen dabei gegenüber den geräuschhaften Frequenzanteilen im Vordergrund. Durch die konsequente Aufgabe eines musikalischen Themas und des Rhythmus zugunsten kontinuierlicher Verschiebungen im Klangbild rückt ihre Musik in die Nähe der Punktuellen Musik. Für Vice Versa, etc.… (2009) gibt Éliane Radigue als Längenangabe „ad libitum“ an – die Stücke sollen gegebenenfalls auf zwei Abspielgeräten gleichzeitig gehört werden.

Zuletzt lebte Éliane Radigue in Frankreich, wo sie weiterhin sowohl komponierte als auch den tibetischen Buddhismus praktizierte. Ihre Kompositionen stellte sie regelmäßig bei Besuchen in den Vereinigten Staaten vor. (Wikipedia)

Discography

Album cover
Vice Versa, Etc…
Éliane Radigue · 1970
Songs of Milarepa
Éliane Radigue · 1983
Songs Of Milarepa
Éliane Radigue · 1983
Jetsun Mila
Éliane Radigue · 1987
Album cover
Mila's Journey Inspired by a Dream
Éliane Radigue · 1987
Kyema, Intermediate States
Éliane Radigue · 1990
Album cover
Biogenesis
Éliane Radigue · 1996
Biogenesis
Éliane Radigue · 1996
Album cover
Trilogie de la Mort
Éliane Radigue · 1998
Album cover
Adnos I–III
Éliane Radigue · 2002
Geelriandre - Arthesis
Éliane Radigue · 2003
Album cover
Geelriandre / Arthesis
Éliane Radigue · 2003
Album cover
Elemental II
Éliane Radigue · 2005
Album cover
L’île re‐sonante
Éliane Radigue · 2005
Chry-ptus
Éliane Radigue · 2007
Album cover
Chry‐ptus
Éliane Radigue · 2007
Album cover
Naldjorlak
Éliane Radigue · 2008
Naldjorlak
Éliane Radigue · 2008
Album cover
Triptych
Éliane Radigue · 2009
Triptych
Éliane Radigue · 2009
Attention Patterns
Éliane Radigue · 2010
Jouet Electronique / Elemental I
Éliane Radigue · 2010
Transamorem - Transmortem
Éliane Radigue · 2011
Album cover
Transamorem – Transmortem
Éliane Radigue · 2011
Feedback Works 1969–1970
Éliane Radigue · 2012
Feedback Works 1969-1970
Éliane Radigue · 2013
Album cover
Naldjorlak I II III
Éliane Radigue · 2013
Naldjorlak I II III
Éliane Radigue · 2013
Opus 17
Éliane Radigue · 2013
Opus 17
Éliane Radigue · 2013
Album cover
Ψ 847
Éliane Radigue · 2013
Virgin Violin
Éliane Radigue · 2014
Occam Ocean 1
Éliane Radigue · 2017
Œuvres électroniques
Éliane Radigue · 2018
Occam Ocean 2
Éliane Radigue · 2019
Occam Ocean 2
Éliane Radigue · 2019
Chry-ptus — Biogenesis — Arthesis
Éliane Radigue · 2021
Chry-ptus — Geelriandre
Éliane Radigue · 2021
Occam Ocean 3
Éliane Radigue · 2021
Occam Ocean 4
Éliane Radigue · 2021
Occam XXV
Éliane Radigue · 2022
Occam XXV
Éliane Radigue · 2022
11 Dec 1980
Éliane Radigue · 2023
11 Dec 1980
Éliane Radigue · 2023
Eliane Radigue
Éliane Radigue · 2023
Musique de notre temps
Éliane Radigue · 2023
Naldjorlak
Éliane Radigue · 2023
Occam Delta XV
Éliane Radigue · 2023
a Song for two Mothers / OCCAM IX
Éliane Radigue · 2024
Asymptote versatile
Éliane Radigue · 2025

Credits